Der Behindertenbeirat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte unterstützt die Bürgerinitiative „Pro Schiene“.

Diese Bürgerinitiative fordert die Wiederinbetriebnahme der durchgehenden Strecke                Neustrelitz-Hagenow.

Von diesem für die Mobilität der ländlichen Bevölkerung wichtigen Verkehrsweg wird z.Z. von der Südbahn nur noch die Teilstrecke Waren-Malchow bedient, wobei selbst dieses Reststück von der Schließung bedroht ist.

Der Behindertenbeirat fühlt sich mit verantwortlich, die UN-Behindertenrechtskonvention durchzusetzen.

Das bedeutet, dass allen Bürgern ein selbstbestimmtes Leben ohne zusätzliche vermeidbare Einschränkungen gewährleistet wird.

Fehlende oder eingeschränkte Mobilität ist eine vermeidbare Einschränkung und widerspricht den allgemein geltenden gesetzlichen Bestimmungen zur Gleichstellung und Gleichbehandlung Behinderter.

In Mecklenburg-Vorpommern wird das Eisenbahnnetz bewusst ausgedünnt.

In Orten wie Plau, Alt Schwerin und Lübz gibt es gar keinen Bahnverkehr mehr.

Dort, wo noch Personenzüge fahren, werden Anschlüsse gestrichen, die Umsteigemöglichkeiten eingeschränkt und die Fahrzeiten für an sich kurze Verbindungen unzumutbar verlängert.

Damit wird die Bahn ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich den Personenverkehr im täglichen Leben durchzuführen, nicht gerecht.

Sie verkommt zu einem „Eventfaktor“, der im täglichen Leben der Bürger keine Rolle mehr spielt.

Ein Kreislauf wurde in Gang gesetzt- bewusst unterstützt von Politikern, Behörden, Lobbyisten und der Bahn selbst- der den Schienenverkehr immer weiter einschränkt und letztendlich dazu führt, dass Bürger und Bürgerinnen gezwungen sind, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen.

Dabei ist den Verantwortlichen das ökologische Desaster egal, die Bewahrung von sinnvollem Vorhandenen wird ignoriert und die Verantwortung zukünftigen Generationen gegenüber wird ausgeblendet.

Durch die Rückentwicklung des Bahnverkehrs werden Behinderte in Mecklenburg-Vorpommern in ihrer Mobilität und damit an der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben eingeschränkt bzw. ausgeschlossen.

Ausgeschlossen bzw. einschränkt werden Kinder und die alten Menschen, die nicht selbst Auto fahren können.

In unserem großflächigen Bundesland, in dem die Einwohner oft täglich weite Strecken zurücklegen müssen, wird durch die Verantwortlichen nur derjenige gefördert, der den größten Umweltschaden verursacht.

Statt einer gut durchgeplanten, verlässlichen Personenbeförderung durch die Bahn, die auch von Arbeitnehmern ohne zeitliche Einbußen genutzt werden könnten, wird der Individualverkehr – einzelne Person in einem tonnenschweren Auto – als einzige Alternative dargestellt.

Es mutet wie Hohn an, dass inzwischen an selbstfahrenden Autos geforscht wird.

Dabei werden die vorhandenen Verkehrsmittel abgeschafft, mit denen eine Vielzahl von Personen, die nicht selbst fahren müssen, befördert werden.

Die Südbahn könnte ohne großen Aufwand den Betrieb der gesamten Strecke wiederaufnehmen.

Schienennetz (vom Güterverkehr genutzt) und Bahnhöfe sind vorhanden.

 

Jürgen Fischer

Mitglied des Kreisbehindertenbeirates Mecklenburgische Seenplatte

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